{"id":328,"date":"2015-07-13T15:46:18","date_gmt":"2015-07-13T13:46:18","guid":{"rendered":"http:\/\/camillasblog.de\/?p=328"},"modified":"2015-07-13T16:01:28","modified_gmt":"2015-07-13T14:01:28","slug":"huyendo-la-critica-pedros-abenteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/camillasblog.de\/?p=328","title":{"rendered":"Huyendo la cr\u00edtica \u2013 Pedros Abenteuer"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Das Antiquariat war schon lange nicht mehr besucht worden. Au\u00dfer Pedro und seinen Freunden kam kaum einer hierher. Deshalb war der Se\u00f1or Calabaza auch meistens in seinem Haus, das durch eine kleine Hintert\u00fcr zum Laden f\u00fcr alte Dinge zu erreichen war. Der Spott \u00fcber seinen Namen <\/span><span class=\"s2\">(Calabaza = K\u00fcrbis, umgspr. Trottel) <\/span><span class=\"s1\">interessierte den alten Herren schon lange nicht mehr. Doch er wusste es zu sch\u00e4tzen, dass &#8211; obwohl sie sonst kleine Lausebengel gewesen waren &#8211; die nun bald Jugendlichen immer freundlich zu ihm gewesen waren. Daher lie\u00df er sie auch gerne bei sich im Antiquariat ihren Nachmittag verbringen, wenn es drau\u00dfen besonders hei\u00df war. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Pedro war heute alleine hergekommen. Seine Mutter hatte genug mit den Kollegen von seinem Vater zu tun, die heute zu ihnen nach Hause eingeladen waren. Auch wenn er sich ungern die Schalen leckeren Essens seiner Mutter entgehen lie\u00df, so konnte er doch getrost auf die dumpfen Spr\u00fcche der M\u00e4nner verzichten, die ihm jedes Mal rieten, er solle sich doch etwas ordentlicher benehmen und zum Marktplatz gehen, um eines der h\u00fcbsch angezogenen M\u00e4dchen zum Tanz aufzufordern.<\/span><!--more--><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Lieber verzog er sich bei dieser Affenhitze in den schummrigen Raum mit Ohrensessel, um eines der B\u00fccher aufzuschlagen, oder versunken eines der Bilder anzusehen. Am besten gefiel ihm ein Bild, das keinen Inhalt hatte. Es war eine schlichte schwarze Fl\u00e4che bis auf eine Signatur unten links. Dadurch, dass kein Thema abgebildet war, konnten seine Gedanken wunderbar auf Wanderschaft gehen. Hier zwischen den alten Gegenst\u00e4nden und B\u00fcchern fand er Ruhe. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Seine Favoriten stapelten sich neben dem Sessel auf dem Dielenboden. Er angelte sich das oberste Buch und bl\u00e4tterte hindurch, um die Seite wieder zu finden, die er zuletzt gelesen hatte. Dabei wirbelten viele kleine Staubpartikel hoch und tanzten und taumelten in einem der d\u00e4mmrigen Lichtstrahlen. Er schaute auf und betrachtete sie versunken. Doch dann erregten zwei M\u00e4nner mit H\u00fcten vor dem Laden seine Aufmerksamkeit. Sie unterhielten sich zu leise als dass er etwas verstehen konnte. Allerdings sp\u00fcrte er die Anspannung der beiden sogar durch das teilweise verstellte Schaufenster. Sie schienen auf den Laden zuzusteuern. Die Stra\u00dfe war gr\u00f6\u00dftenteils leer, doch sie sahen sich um und kamen tats\u00e4chlich herein. Mit einem Satz versteckte Pedro sich hinter dem Sessel. Die M\u00e4nner hatten ihn nicht bemerkt. Auch sonst verhielten sie sich so als erwarteten sie niemanden hier. Das kam Pedro verd\u00e4chtig vor. Er \u00fcberlegte, ob er schnell zu Se\u00f1or Calabaza laufen sollte, um ihn zu informieren. Doch dann h\u00e4tten die beiden Gestalten ihn ganz sicher wahrgenommen. Das wollte der Junge aber verhindern. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Was tat er denn sonst, wenn er jemandem eine Nachricht zukommen lassen wollte, ohne dass ein anderer davon Wind bekam&#8230;? Wind war das Stichwort! Schnell z\u00fcckte er einen kleinen Bleistift, den er meist in der Hosentasche bei sich trug und hob ein loses Blatt vom verstaubten Boden auf. \u201e\u00a1Hay dos hombres en la tienda! No me parecen personas buenas. \u00a1Cuidado!\u201c (Da sind zwei M\u00e4nner im Laden! Sie sehen nicht wie gute Menschen aus. Achtung!) schrieb er darauf. Dann faltete er es zu einem Flugzeug und warf es durch die kleine Hintert\u00fcr, die gl\u00fccklicherweise weit genug ge\u00f6ffnet war. Ha! Getroffen. Jetzt blieb ihm nur noch zu hoffen, dass der alte Herr es sehen w\u00fcrde und seine zwielichtigen Kunden \u00fcberraschte.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Jene hatten sich in der Zwischenzeit gr\u00fcndlich im vorderen Teil umgeschaut und die wertvollsten Gegenst\u00e4nde eingehend betrachtet. Allerdings hatten sie sich vorgesehen, ja nichts zu ber\u00fchren. Pedro kam all dies \u00e4u\u00dferst merkw\u00fcrdig vor. Was wollten die beiden hier? Der Ohrensessel stand sehr nah an der Wand, sodass ein Spalt \u00fcber der muffig riechenden Armlehne entstand, durch den er die beiden unbemerkt beobachten konnte. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Er versuchte genaueres zu verstehen. Doch auch wenn die Herren, die ihre H\u00fcte sogar hier drinnen trugen, spanisch sprachen, so konnte Pedro ihre Mundart und einige der W\u00f6rter nicht deuten. Jedoch wurde ihm schnell bewusst: Die beiden kritisierten s\u00e4mtliche Ausstellungsst\u00fccke. Und dann stritten sie sich in ged\u00e4mpfter Stimme dar\u00fcber, wie viel Wert diese besa\u00dfen. Der Junge staunte nicht schlecht. Se\u00f1or Calabaza hatte nie Preisschildchen angefertigt, sodass er keine Ahnung hatte, was man f\u00fcr die schmucken Wanduhren, Kerzenst\u00e4nder, Gem\u00e4lde, Schatullen und vieles mehr bezahlen musste. Er hatte sich ja auch nie daf\u00fcr interessiert etwas zu erwerben, denn wenn er sch\u00f6ne Dinge sehen wollte, brauchte er doch nur hierher zu kommen. Und das war fast t\u00e4glich der Fall. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Auf einmal landete lautlos ein Papierflugzeug auf seinem Fu\u00df. Pedro schaute sogleich zu der kleinen T\u00fcr, doch der Besitzer lie\u00df sich nicht blicken. Die Herren waren noch immer mit ihren Sch\u00e4tzungen besch\u00e4ftigt, <\/span><span class=\"s2\">wenn auch schon um einiges lauter.<\/span> <span class=\"s2\">Er \u00f6ffnete das Papier<\/span><span class=\"s1\">. \u201e\u00a1Subete al revez al cuadro!\u201c (Steig r\u00fcckw\u00e4rts in das Gem\u00e4lde!) stand dort. Wie sollte er denn das verstehen? Man konnte doch nicht durch eine bemalte Leinwand steigen! Die beiden Herren standen gerade vor dem gr\u00f6\u00dften Bild des Ladens. Sie hatten das Leinentuch <\/span><span class=\"s2\">jetzt doch<\/span> <span class=\"s1\">zur Seite gezogen und diskutierten hitzig dar\u00fcber. Ihre Stimmen waren nun keineswegs mehr ged\u00e4mpft. <\/span><span class=\"s2\">Etwas an dem Bild lie\u00df sie v\u00f6llig vergessen, wo sie waren.<\/span><span class=\"s1\"> Fast br\u00fcllten sie sich an, der eine Mann verlor seine Fassung und wollte dem kleineren einen Schlag versetzen, doch der griff dessen Faust und drehte ihm damit den Arm auf den R\u00fccken. Jetzt bekam Pedro es aber mit der Angst zu tun! Da hinein wollte er unter keinen Umst\u00e4nden geraten und die M\u00e4nner waren mittlerweile viel zu weit in das Ladeninnere gekommen. Er sah sich um. Das einzige Bild, was er unbemerkt erreichen konnte, war das schlichte schwarze. Vorsichtig, aber so z\u00fcgig wie m\u00f6glich richtete er sich auf und tastete, die w\u00fctenden Fremden noch immer im Blick, mit dem Fu\u00df nach dem niedrig aufgeh\u00e4ngten Gem\u00e4lde. Wundersamerweise konnte er r\u00fcckw\u00e4rts wie durch einen Fensterrahmen hinaussteigen. Als er schon fast der Szene entflohen war, landete der gr\u00f6\u00dfere Mann mit einer gewaltigen Wucht in dem Ohrensessel, dass er nur so \u00e4chzte. Der kleinere hatte wohl eine immense Kraft und was noch viel bedrohlicher war: Eine Pistole! Pedro riss die Augen auf. Wie gut, dass er die beiden nicht angesprochen hatte als sie eintraten, sondern sich versteckt, sowie seine Kritik an deren Verhalten vermieden hatte.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Antiquariat war schon lange nicht mehr besucht worden. Au\u00dfer Pedro und seinen Freunden kam kaum einer hierher. Deshalb war der Se\u00f1or Calabaza auch meistens in seinem Haus, das durch eine kleine Hintert\u00fcr zum Laden f\u00fcr alte Dinge zu erreichen war. Der Spott \u00fcber seinen Namen (Calabaza = K\u00fcrbis, umgspr. 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