{"id":585,"date":"2017-07-21T16:17:59","date_gmt":"2017-07-21T14:17:59","guid":{"rendered":"http:\/\/camillasblog.de\/?p=585"},"modified":"2017-09-06T13:27:07","modified_gmt":"2017-09-06T11:27:07","slug":"anleitung-zum-ausstieg-aus-dem-gedankenkarussell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/camillasblog.de\/?p=585","title":{"rendered":"Anleitung zum Ausstieg aus dem Gedankenkarussell\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>Wer kennt es nicht: Immer und immer wieder drehen sich unsere Gedanken um das gleiche Thema. Wir versuchen, eine L\u00f6sung zu finden, doch es klappt einfach nicht. Wir merken: Ich drehe mich im Kreis! Das Karussell dreht sich immer schneller, uns wird schwindelig und wir heben ab. Sind nicht mehr auf dem Boden der Tatsachen, sondern haben uns in unsere Sorgen, \u00c4ngste und Zweifel hineingesteigert. So verhindern wir, aus unserer Mitte heraus zu handeln. Und das ist meistens Murks.<\/p>\n<p>Vor ein paar Tagen habe ich mir \u00fcberlegt, wie man den Ausstieg aus diesem Gedankenkarussell schaffen kann. Dabei kam eine <span style=\"text-decoration: underline;\">Anleitung<\/span> in neun Schritten heraus.<\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: left;\">Atmen<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">Wahrnehmen<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">F\u00fchlen<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">Vogelperspektive<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">Neutrale Beschreibung der Situation<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">Verantwortung \u00fcbernehmen<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">Vergebung und G\u00fcte<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">Friedvolle Kommunikation<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">R\u00fcckbesinnung auf sich selbst<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die einzelnen Schritte sind fast selbsterkl\u00e4rend, aber f\u00fcr diejenigen von euch, die es genauer wissen m\u00f6chten, erl\u00e4utere ich im Folgenden, wie ich jeden einzelnen Punkt meine.<\/p>\n<p><strong>Atmen<\/strong> klingt simpel. Ist es auch: Ein&#8230; und aus&#8230; Dieser Schritt gilt fortw\u00e4hrend.<\/p>\n<p>Es ist wichtig, sich auf seinen Atem zu konzentrieren, um seinen Rhythmus wiederzufinden. Allzu oft halten wir die Luft an, oder atmen hektisch und unregelm\u00e4\u00dfig, wenn uns etwas aufregt. Das Luft holen und abgeben bringt uns zur\u00fcck zu unserem K\u00f6rper.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Wir bringen das Karussell in eine gleichm\u00e4\u00dfige Geschwindigkeit.<\/em><\/p>\n<p>Unsere <strong>Wahrnehmung<\/strong> bezieht sich zuerst einmal auf die physischen Dinge.<\/p>\n<p>Wie f\u00fchlt sich mein K\u00f6rper an? Der Untergrund auf dem ich sitze, stehe oder liege? Wie ist meine Umgebung? Hell, dunkel, nass, trocken, kalt oder warm? Was sehe ich? Was h\u00f6re ich? Was rieche ich? Was schmecke ich? Was f\u00fchle ich auf meiner Haut?<\/p>\n<p>Nimm deine k\u00f6rperliche Wahrnehmung zur Kenntnis. Das reicht schon. Ist doch erstaunlich viel, oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Das Karussell wird immer langsamer.<\/em><\/p>\n<p>Das <strong>F\u00fchlen<\/strong> geht eine Dimension weiter. Es geht nun darum, deine Emotionen, deinen Gef\u00fchlszustand zu erkennen. Wie ist deine Stimmung? Wie geht es dir wirklich? Lasse zu, was f\u00fcr Gef\u00fchle kommen und lasse sie f\u00fcr diesen Moment so sein, wie sie sind. Erinnere dich ans Atmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Das Gedankenkarussell kommt zum Stillstand.<\/em><\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Schritt geht es in die <strong>Vogelperspektive<\/strong>.<\/p>\n<p>Das bedeutet vorerst nur, dass du dir vorstellst, du k\u00f6nntest dich von oben sehen. Wie sieht deine Welt von oben aus? Wie siehst du dich selbst? Erkennst du deine Wege, deine Aufenthaltsorte, die Menschen, mit denen du am meisten Zeit verbringst?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Wir betrachten das Gef\u00e4hrt von oben.<\/em><\/p>\n<p><strong>Beschreibe<\/strong> nun <strong>neutral<\/strong>, wie die <strong>Situation<\/strong> aussieht, die dich besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Benenne die Gegebenheiten, ohne sie zu bewerten. Das erfordert manchmal mehrere Anl\u00e4ufe, weil wir so sehr daran gew\u00f6hnt sind, alles zu bewerten. Doch wenn wir es schaffen, einen Sachverhalt komplett neutral zu beschreiben, gewinnen wir einen deutlich besseren \u00dcberblick. Wir sind dann kein Opfer der Situation mehr, sondern sehen uns selbst wieder als aktiv Mitwirkende. Atme.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Wir betrachten die Einzelteile des Karussells.<\/em><\/p>\n<p>Und jeder Mensch tr\u00e4gt <strong>Verantwortung<\/strong> f\u00fcr sein Handeln.<\/p>\n<p>Sieh&#8216; genau hin, was deine Verantwortung an der Situation ist. Das hat rein gar nichts mit Schuld zu tun, sondern tr\u00e4gt im Gegenteil dazu bei, eine Dynamik zwischen den Beteiligten zu erkennen. Was hat jeder einzelne dazu beigetragen? Was hast <span style=\"text-decoration: underline;\">du<\/span> getan oder unterlassen, dass es zu dieser Situation gekommen ist?<\/p>\n<p>Sind wir ganz ehrlich mit uns selbst, kann uns die Antwort darauf ganz sch\u00f6n unangenehm sein. Atme weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Wir verstehen, warum wir eingestiegen sind.<\/em><\/p>\n<p>Doch anstatt nun in Scham zu versinken, oder in Wut zu geraten, gilt es, <strong>Vergebung<\/strong> <strong>und<\/strong> <strong>G\u00fcte<\/strong> walten zu lassen.<\/p>\n<p>Weder die anderen, noch wir selbst sind immer und \u00fcberall in unserer Mitte. Das ist in Ordnung. So k\u00f6nnen wir viele wertvolle Erfahrungen machen und unsere Pers\u00f6nlichkeit entwickeln. Was wiederum der Welt zum Vorteil gereicht \u2013 langfristig gesehen. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Stell&#8216; dir vor, du w\u00e4rst \u00fcber hundert Jahre alt und mehr als zufrieden mit deinem Leben. Was w\u00fcrdest du deinem j\u00fcngeren Selbst nun raten? Wenn ich vermuten darf: Etwas, dass dich tief durchatmen l\u00e4sst, sodass du alles nicht mehr so streng siehst. Vergib dir und deinen Mitmenschen vermeintliche Schw\u00e4chen, denn nur so kannst du die St\u00e4rken darunter entdecken. Sei g\u00fctig. Es tut gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Wir schlie\u00dfen Frieden mit dem Karussell.<\/em><\/p>\n<p><strong>Friedvolle Kommunikation<\/strong> ist der Schl\u00fcssel zu jeder Art von Konflikt.<\/p>\n<p>Jetzt, wo du die ersten sieben Schritte getan hast, kannst du schon eine andere Sichtweise auf das Gedankenchaos einnehmen, oder? Die Gedanken sind deutlich zu lesen und kein verschwommener Strudel mehr. Sieh&#8216; dir an, was du denkst. Finde Worte, um auszudr\u00fccken, was du f\u00fchlst. Lasse auch hier die Bewertung weg. Formuliere deinen Wunsch (der nichts mit dem Verhalten des\/der Anderen zu tun hat).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Wir bedanken uns bei dem Gedankenkarussell. Wir verabschieden uns.<\/em><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich folgt die <strong>R\u00fcckbesinnung auf dich selbst<\/strong>.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr sind erneut die ersten drei Schritte hilfreich. Denk wieder an deine Atmung. Richte deine Aufmerksamkeit nach innen. In dein Herz, nicht in den Kopf. Nimm deine Umgebung und deinen K\u00f6rper wahr. Lasse deine Gef\u00fchle zu und f\u00fchle sie, ohne etwas zu wollen. Sei du selbst. Mehr braucht es nicht. Du ruhst in dir.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Wir steigen aus und gehen. Zu unserer Mitte. \u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>Wenn wir in unserer Mitte sind, k\u00f6nnen wir uns gut <em>f\u00fchlen<\/em>.\u00a0<\/strong><strong>Dann wissen wir, wer wir sind, wonach wir streben und handeln entsprechend. Wir f\u00fchlen uns <em>gut<\/em>, wenn wir authentisch handeln.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer kennt es nicht: Immer und immer wieder drehen sich unsere Gedanken um das gleiche Thema. Wir versuchen, eine L\u00f6sung zu finden, doch es klappt einfach nicht. Wir merken: Ich drehe mich im Kreis! Das Karussell dreht sich immer schneller, uns wird schwindelig und wir heben ab. 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