{"id":714,"date":"2018-03-21T11:57:03","date_gmt":"2018-03-21T10:57:03","guid":{"rendered":"http:\/\/camillasblog.de\/?p=714"},"modified":"2018-03-21T11:57:03","modified_gmt":"2018-03-21T10:57:03","slug":"ein-rueckblick-auf-die-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/camillasblog.de\/?p=714","title":{"rendered":"Ein R\u00fcckblick auf die Zukunft"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\" style=\"text-align: right;\"><span class=\"s1\">16. Juli 2015<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Etwas Geschriebenes.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Kurzer Brief vorweg:<\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Mein Name ist Camilla Krack. Ich studiere Spanische Philologie und Kunstgeschichte an der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel. Am ersten August ziehe ich nach Hamburg, weil dort das Leben pulsiert. Und die Kunst sich hebt und senkt. <\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Ich m\u00f6chte unbedingt mehr von der Welt sehen und davon, wie sie sich zeigt.<\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Auch in Kiel gibt es Kunst, keine Frage. Zur Zeit ist unter anderem die Ausstellung \u201cPlaying Future\u201c zu sehen. Die hat meine Aufmerksamkeit geweckt.<\/span><\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s2\"><b>Die Ausstellung \u201cPlaying Future\u201c<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">\u201eWelche Bilder begleiten unsere Vorstellung der Zukunft?\u201c ist die Leitfrage, an der sich die K\u00fcnstler orientierten. <\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Mittlerweile ist der spielerische Umgang der Kunst mit ihren Inhalten nicht nur erlaubt, sondern auch etabliert. Der Blick in die Vergangenheit zeigt einen Wandel durch verschiedenste Str\u00f6mungen. Heutzutage stehen einem all jene Mittel und Techniken, Themen und Ideen aus Jahrtausenden Kunstgeschichte zur Verf\u00fcgung. Dies macht Kunst nicht nur zu einem Bereich der vielf\u00e4ltigsten Ausdrucksm\u00f6glichkeiten, er schafft gleichzeitig so viel Raum, dass Haltlosigkeit drohen kann. Woran orientiert man sich, wenn nicht an Trends, Tendenzen und Themen des Alltags, der Gesellschaft oder der Kultur? An selbst erschaffenen Kontexten. <\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">So gibt eine Leitfrage auf der einen Seite einen Sinn, eine Leitplanke, dort, wo sich Kreativit\u00e4t bahnt. Andererseits er\u00f6ffnet eine Frage auch ein 360\u00b0 Spektrum an M\u00f6glichkeiten zur Beantwortung. Da sind die Interpretationsebenen nicht einmal erw\u00e4hnt. <\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Morgen ist heute schon gestern. Zeit ist ein Wandel, den wir als Erleben oder als Kreieren betrachten k\u00f6nnen. Oder erlebte Kreation. Letzteres w\u00fcrde einen R\u00fcckblick bedeuten. Dies ist nichts Ungew\u00f6hnliches. Die Vergangenheit pr\u00e4gt uns, da wir aus ihr unsere Erkenntnisse gewinnen. Sie lehrt uns, Entscheidungen zu treffen. Dennoch sind wir in dieser schnelllebigen Welt, bedingt durch immer schnellere Entwicklungen in Technologie und vielem mehr, aufgefordert, unsere Aufmerksamkeit dem Hier und Jetzt zu schenken. Das Kunstwerk vor uns frei zu betrachten, auch mit dem Wissen aus der Vergangenheit und den Vorstellungen \u00fcber die Zukunft im Hinterkopf. <\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Der Ausstellung geh\u00f6ren knapp ein Dutzend Werke und Installationen an, jedoch m\u00f6chte ich mich nur einer Auswahl widmen. <\/span><\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s2\"><b>Spider Drone #3 <\/b>(Roboterkamera)<\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Sp\u00e4testens seit George Orwell\u2019s Roman 1984 besch\u00e4ftigt Menschen das Thema der \u00dcberwachung. Videokameras sind ein wesentlicher Bestandteil, um das Verhalten von Personen aufzunehmen, sowie beweisbar zu machen. Obwohl es in Superm\u00e4rkten, an Ampeln oder Bahnh\u00f6fen l\u00e4ngst Gang und Gebe ist, wirft die Installation von Kameras immer wieder Debatten auf. Kein Wunder, denn was f\u00fcr Sicherheit sorgen soll, verletzt zweifelsfrei die Privatsph\u00e4re. Inwieweit gibt es die jedoch ohnehin im \u00f6ffentlichen Raum? <\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Der K\u00fcnstler Bj\u00f6rn Sch\u00fclke treibt mit seinem Werk \u201eSpider Drone #3\u201c diese Frage auf die Spitze. Dieses autonom wirkende Werk ist mit einem Bewegungssensor versehen, der die Kamera aktiviert. Wird man unwillk\u00fcrlich zum Objekt dieser Aufnahme, kann dies sehr verst\u00f6rend sein. Mag es zugleich eine Faszination auf den Betrachter aus\u00fcben, so kann er sich einer gewissen Skepsis nicht entziehen, die das suggerierte Eigenleben betrifft.<\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Was will diese Technik? Sie lenkt die Gedanken zu einer Welt mit smarter Technologie, die zur Interaktion f\u00e4hig ist und somit dem Menschen immer n\u00e4her kommt. Zu nah? <\/span><\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s2\"><b>Future Fossil Spaces <\/b>(S\u00e4ulen)<\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Die Installation von Julian Charri\u00e8re wirft, sofern man die Erl\u00e4uterung gelesen hat, mehr Fragen auf, als Antworten auf die Leitfrage zu geben.<\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Wieso werden Salz und Lithium verwendet? Und weshalb muss es Salz aus Bolivien sein? Inwiefern werden sechseckige Salzkristalle als eine retrofuturistische Formensprache verstanden? Ohne den erl\u00e4uternden Text w\u00e4ren solche Hintergr\u00fcnde nicht erkennbar gewesen. Die Idee als solche ist bemerkenswert: Nicht die Zukunft selbst zu visualisieren, sondern das Heute aus futuristischer Sicht zu betrachten. Herzustellen, was vom Jetzt \u00fcbrig bleiben m\u00f6ge. <\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\"><b>20XX<\/b> (Video)<\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Der K\u00fcnstler Tabor Robak verwendet ein Videoformat, um seine Vorstellung der Zukunft zu pr\u00e4sentieren. Es wird eine Nachtszene in eine Metropole gezeigt. Regentropfen prasseln auf die suggerierte Kameralinse, welche f\u00fcr einen Kameraschwenk von einem Schwall Regenwasser abgel\u00f6st werden. Zu sehen sind unter anderem Hochh\u00e4user, Leuchtreklamen, Scheinwerfer und Feuerwerk. All dies sorgt f\u00fcr eine visuelle Reiz\u00fcberflutung. Hinzu kommen fliegende Fortbewegungsmittel zwischen den Bauten. Kein Boden ist in Sicht und keinerlei Lebewesen werden gezeigt, sodass der Eindruck einer rein digitalen Welt entsteht. <\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Nun mag diese Vision keine ungew\u00f6hnliche sein, da wir bereits in Filmen, Videospielen und \u00e4hnlichem mit dieser Art Futurismus konfrontiert wurden. Allerdings machen gerade vertraute Elemente eine Vorstellung greifbar. Der unabl\u00e4ssige Regen k\u00f6nnte aufgrund der starken Umweltbelastung durch Abgase hervorgerufen worden sein. Im Hintergrund sind gro\u00dfe Wolkenmassen zu sehen, jedoch keine Vegetation, die das CO2 aufnehmen k\u00f6nnte. <\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Trotz bunter Lichter, fliegendem Verkehr und Feuerwerk ist dieser Blick in die Zukunft eher dystopisch. <\/span><\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s2\"><b>Pers\u00f6nliches Fazit<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Selten hat mich eine Ausstellung so mit meinen eigenen Vorstellungen \u00fcber die Leitfrage konfrontiert. Jedes Werk gibt auf seine Weise mindestens einen Gedankenansto\u00df. H\u00e4ufig spielen die Werke der K\u00fcnstler mit der Ungewissheit, die die Zukunft bringt. Aber genau dieses Spiel mit den Sorgen kann uns eine Relativit\u00e4t erkennen lassen. \u201cPlaying Future\u201c zeigt unter anderem den spielerischen Umgang mit hoch technologischen Gegenst\u00e4nden. Dabei ist die Zeit gar nicht der einzige Faktor, welcher die Auseinandersetzung mit der Zukunft bestimmt. Gerade in dieser Ausstellung geht es viel um Perspektive. Von welcher Ebene aus betrachte ich eigentlich die Zukunft? Hinzu kommt das Spannungsfeld von Ratio und Emotio, welches seine Aufl\u00f6sung in ihr jeweiliges Gegenteil sucht. Oder aber eine Koexistenz widerspr\u00fcchlicher Umst\u00e4nde anstrebt. <\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">In dem Raum den \u201cPlaying Future\u201c einnimmt, gilt es, eigene Konzepte zu reflektieren. Aber auf leichte Art und Weise. Die Vielfalt der Ideen, und ihrer Umsetzung auf verschiedenen Ebenen, er\u00f6ffnet neue Sichtweisen. Und ein erweiterter Horizont wird auch in Zukunft sicherlich hilfreich sein.<\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Einige kunstbezogene Texte habe ich bereits auf meinem Blog ver\u00f6ffentlicht:<\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s3\"><a href=\"https:\/\/camillasblog.de\/?cat=60\">camillasblog.de<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit!<\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">Camilla Krack<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16. Juli 2015 Etwas Geschriebenes. Kurzer Brief vorweg: Mein Name ist Camilla Krack. Ich studiere Spanische Philologie und Kunstgeschichte an der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel. Am ersten August ziehe ich nach Hamburg, weil dort das Leben pulsiert. Und die Kunst sich hebt und senkt. 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